Liebe Leserin, lieber Leser, erinnern Sie sich vielleicht daran, dass Sie einstmals vom Baum der Erkenntnis gegessen haben? Sie haben sich vorgenommen, alles wissen zu wollen, was es auf dieser Erde gibt, was die Materie zu bieten hat. Sie wollten alles erforschen, erkunden, wahrnehmen mit Ihren Gefühlen sowie mit ihrem Intellekt. Sie haben sich damals entschieden, am Spiel des Lebens teilzunehmen.

 

Der Baum der Erkenntnis

Je nachdem, mit welcher Grundmotivation Sie dieses Spiel spielen, so wird Ihnen das Leben begegnen. Bewerten Sie den Baum der Erkenntnis als schuldbewußten Sündenfall, haben Erkenntnisse in Ihrem Leben damit negativen Charakter. Sind Sie schuldbetont, dann nehmen Sie sich meist nicht das Recht heraus, dem Leben neugierig und interessiert zu begegnen, dann ist Ihr Leben tragisch und schuldbeladen.

Sehen Sie aber in der Verführung „vom Baum der Erkenntnis zu essen“ etwas Positives, sind Sie neugierig, dann wird das Leben für Sie spannend, aufregend und spaßig sein. Sie werden mit all Ihrer Neugierde immer und immer wieder die Dinge des Lebens kennenlernen wollen.

Jeder Mensch, der etwas wahrnehmen und lernen will, der Erfahrungen macht, wird grundsätzlich bewerten müssen, um überhaupt vergleichen und einordnen zu können. Das Leben teilt sich damit in Gut und Böse, in schwarz und weiß, in den Antagonismus in die Polarität auf.

 

Die Ebenen des Lebens

Diese Ebene ist die Ebene des Erlebens, der Erfahrung der Wahrnehmung, es ist die „Input-Phase“. Um zur Bewusstwerdung zu gelangen, sollten allerdings diese antagonistischen Erfahrungen und die daraus entstandenen Bewertungen aufgelöst werden. Dies geschieht in der „Output-Phase“. Die Erfahrungen werden so akzeptiert, wie sie sind und die Bewertungen spielen keine Rolle mehr.

 

Die hohe Kunst, die Welt so zu lassen wie sie ist, ihr mit Gelassenheit zu begegnen, das ist die Ebene der Bewusstwerdung.

 

Das Gesetz der Wiederholung

Damit jeder von uns sich in diese hohe Ebene hin entwickeln kann, dazu existiert in der Natur ein Gesetz, nämlich das Gesetz der Wiederholung. Dinge die geprägt sind, die wir positiv oder negativ bewertet haben, werden so oft wiederholt, bis wir es geschafft haben, die Bewertung aufzulösen, diese heraus zu nehmen, bis wir die Bewertung in Gelassenheit verwandeln konnten.

Das kleine Mädchen, die spätere Frau, die einen strengen und dominanten Vater hatte, wird eine strenge und dominante Männerwelt erwarten und beurteilen. So ist es völlig natürlich, daß sie sich auch später als Partner einen strengen und dominanten Mann sucht, oder wenn sie trotzig ist, genau das Gegenteil davon. Sie wird mit beiden Varianten nicht glücklich sein können, denn ihre sicher unbewusste Wahl entspricht ihrer Gewohnheit und nicht ihren Bedürfnissen. Indem wir das geprägte Erfahrungsbild immer und immer wiederholen, lernen wir in den Wiederholungen zu relativieren und kommen, wenn die Bereitschaft zu lernen größer ist als der Trotz, Stück für Stück zur Gelassenheit.

 

Bewusstsein entspricht der Gesamtheit all unserer Erfahrungen und unserer Erkenntnisse, die von Wertungen befreit sind.

 

Auf dem langen Weg der Bewusstwerdung hat uns unsere Natur ein großes Hilfsmittel mitgegeben: die Sprache des Unbewußten, die innere Stimme. Denn, …

 

alle noch nicht befreiten Wertungen, die wir uns unbewusst vorgenommen haben aufzulösen, zeigen sich als psychische und körperliche Symptome.

 

Wie sich Symptome manifestieren

Wenn wir eine Erkältung kreieren, uns irgendwo z.B. „anstecken“ bedeutet dies, dass unser Gemüt sich erkältet hat, dass wir in unserer Lebenssituation frustriert, erkältet sind. Härter ausgedrückt, wir sind frustriert und unglücklich. Nehmen wir einmal an, die Ursache dafür liegt an unserem Arbeitsplatz, wir haben mit einem unserer Kollegen Konflikte. Bis jetzt haben wir es nicht geschafft, diesen ganz andersartigen Menschen so sein zu lassen, wie er ist. Wir ärgern uns darüber und so manifestiert sich eine Erkältung als Ausdruck unseres Bewertungszustandes. Könnten wir gelassen mit der Situation umgehen, könnten wir lächeln, käme kein Konflikt zustande. Wenn wir uns völlig fehl an diesem Arbeitsplatz fühlten, würden wir im gelassenen Zustand diesen wechseln. Bei genauem Hinsehen werden wir feststellen, daß dieser andersartige Kollege häufig genug eine Wiederholung aus unserer im Unbewussten existierenden Erfahrungswelt darstellt. Vielleicht waren Vater oder Mutter oder ein alter Freund oder eine andere Bezugsperson ähnlich, wie dieser Kollege. Wir haben damals unter dieser Bezugsperson sehr gelitten und assoziieren das alte Leid mit dem Kollegen und haben natürlich immer noch das große Bedürfnis, diesen Kollegen, als Vertreter des in der Kindheit entstandenen „Leids“ ändern zu wollen, um uns aus dem alten, geprägten, unbewußten Leid zu befreien.

 

Relativieren und Auflösen

Wiederholungen sind also dazu da, um zur Gelassenheit zu kommen. Je öfter wir eine Sache wiederholt haben, desto deutlicher kann uns die Problematik werden. Sind wir aber trotzig, stur und verbittert, dann wird diese Problematik eher manifester und wir werden immer aggressiver und böser, vor allem uns selbst gegenüber.

Nutzen wir das leidvolle Gefühl zur Erkenntnis, können wir relativieren und verstehen.

Dann löst sich der Konflikt von alleine auf und wir können lächeln.

 

 

Die Rolle der Homöopathie im Bewusstwerdungs-Prozess

Selbstverständlich ist es schwer, jeden Augenblick des Lebens im Zustand des vollen Bewusstseins zu erleben, jeden Augenblick des Lebens gelassen und lächelnd zu sein. Selbst der Dalai Lama übt noch, wie er selbst von sich sagt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten und Techniken immer mehr Zeit unseres Lebens in diesem wertfreien Zustand zu verbringen. Eine davon ist die Hahnemannsch´e Homöopathie. Hahnemann drückte das Grundprinzip der Homöopathie aus in „Similia similibus curentur“. Übersetzt heißt das:

 

„Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden.“

 

Damit beschreibt er das Gesetz der Wiederholung, denn ich kann nur etwas Ähnliches erleben, wenn schon einmal etwas Ähnliches erlebt habe. Wir wiederholen sogar auch in und mit der homöopathischen Therapie. Jede homöopathische Arznei hat eine Bedeutung, eine Symbolik, hat ein Thema. Konfrontieren wir uns mit dieser Thematik, schauen wir uns dieses Thema gewissermaßen in einem Spiegel an, dann haben wir die Möglichkeit, das Thema neu zu bewerten und loszulassen. Es stellt sich sicherlich die Frage, warum in den homöopathischen Arzneien dieses Spiegelprinzip enthalten ist. Dies läßt sich leicht verstehen, wenn wir ein weiteres Naturgesetz betrachten.

Dieses Naturgesetz heißt: „Innen wie Außen“.

Alles das, was uns umgibt, ist ein Spiegel unseres Inneren.

Alle Elemente der Natur sind in uns vorhanden. Je nachdem, in welcher Zusammensetzung die Elemente in der Natur auftreten, entsprechen sie einer Lebenssituation, die wir in uns in unserem Erfahrungsbereich bewertet haben. Jede Pflanze, jedes Metall und jedes Tier symbolisiert letztlich eine Lebenssituation, die wir möglicherweise noch nicht entwertet und damit noch nicht bewältigt haben. Ist dies der Fall, werden wir mit diesem Wesen im Außen eine Affinität aufbauen. Wir werden dieses Wesen im Außen entweder lieben oder extrem ablehnen. Oft genug werden wir uns mit den Themen, die uns noch bewusst oder unbewusst belasten umgeben.

 

Der Rhododendron – Die Vermeidung der Gegenwart

Diese Pflanze steht in manch einem Vorgarten und viele Menschen lieben diese Pflanze. Die Aussage und Botschaft von Rhododendron ist ein weit verbreitetes Thema. Denn die Persönlichkeit, die die Affinität zu Rhododendron hat, lebt im Zukünftigen oder auch in der Vergangenheit, aber nicht in der Gegenwart. Sich der Gegenwart zu stellen ist oft schwierig, weil man sich vielleicht mit Fehlentscheidungen konfrontieren, sein Leben verändern und bereinigen müsste. Da für viele Menschen Änderungen und Korrekturen äußerst schwierig sind, warten sie auf eine Gelegenheit zum Handeln in der Zukunft oder warten auf eine Möglichkeit, dass ein Anderer sie aus der Situation heraus holt.

 

Rhodendrum als Hochpotenz statt materialisierten Begleiter

Rhododendron ist also für die Persönlichkeiten wichtig, die in ihrer Jugend gesagt haben: „Oh wenn ich mal älter bin, dann darf ich leben.“ Sind sie dann älter geworden, erzählen sie, wie schön die Jugend war. Es ist kaum zu erwarten, dass die Persönlichkeiten, die sich mit dem Rhododendron als Pflanze umgeben, auf diese Weise den Erkenntnisprozess machen, aber eigentlich umgeben sie sich mit der Pflanze, um diese Thematik zu erlösen. Nur ist die stoffliche Form kaum geeignet für den Erkenntnisprozess. In der homöopathischen Form lässt sich der Erkenntnisprozess, der dann zur Gelassenheit führt, viel leichter machen.

 

Je höher die Potenz ist, desto mehr Kraft steht für den Erkenntnisprozess zur Verfügung.

 

In diesem Sinne umgibt uns unser Heilungs- und Gelassenheitsprozeß ständig, allerdings meist in einer materiellen Form, die unser Unbewusstes zu wenig versteht.

 

Fazit

Hahnemann hat uns durch seinen Geistesblitz in der Entdeckung der Homöopathie und vor allen Dingen durch die Verdünnung und der Potenzierung der Materie, die Möglichkeit geschaffen, unsere Bewusstwerdung in den homöopathischen Spiegelungsprozessen fast elegant zu erreichen. Die Homöopathie ist durch die Anwendung dieses ganz natürlichen Gesetzes der Wiederholung, eine hoch effektive Möglichkeit auf dem Weg der Bewusstwerdung und Erleuchtung.

 

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